Voll Gas geben

Barbara Indien, Reisen Leave a Comment

Ich gebe gerne gute Ratschläge, befolge sie aber selber nicht, konnte nicht schlafen und habe beschlossen, Asian Style Truffes zu machen, mit viel Chili aber leider ohne Handschuhe. Und jetzt spüre ich das Feuer im Elsass, das kann ich heute gut gebrauchen, es gibt viel zu tun!

 

Asian Style Truffes

300 g dunkle Schokolade
1.5 dl Rahm
20 g Butter
2 EL Ristretto

Truffesmasse wie gewohnt im Bain-Marie zubereiten

In einer Bratpfanne (oder im Backofen) zerstossene Cashewnüsse mit Lemongrass, Kafirblätter, Curryblätter und Chili (Flocken sind auch geeignet) mit Rohrzucker karamellisieren, Salz dazu geben

in abgekühlte Truffesmasse geben und gut mischen

an einem kühlen Ort hart werden lassen und dann in kleine Stücke schneiden

im Kakaopulver wenden

 

 

Truffes

Asian Style Truffes

 

Teil 3: Indien

Sonntag, 11. März 2010
Heute neue Behandlung Dhanyamla Dhara, das ist die korrekte Beschreibung der Behandlung und so empfinde ich es: ich liege auf einem Holzbett und bekomme einen Kräutersud (riecht nach Knoblauch, leicht ranzigem Öl/Butter und Vergorenem). Spezieller Rhythmus: zuerst sitzen, dann Rückenlage, Seitenlage links, Seitenlage rechts und wieder von vorne mit Sitzen etc. Diese Massageliegen (oder Holztische?) sind zum Teil wunderschön mit phallischen Griffen, andere wiederum sehr schlicht. So was hätte ich gerne bei mir zu Hause.
Blick vom oberen Teil

Blick vom oberen Teil von Somatheeram

 

Und in der Zwischenzeit habe ich den Schneider entdeckt. Auf 10 m2 arbeiten bis zu 5 Personen, dazu Stofflager, Schneidetisch, 3 Nähmaschinen, Bügelbrett und eine Affenhitze. Entdecken ist ein großes Wort, es gibt drei Läden im Ressort: die Ayurveda Apotheke (hat alles), der Kashmiri Laden mit Schmuck, Statuen, Pashminas etc. (und dem besten Tea) und eben der Schneider.

Über mehrere Tage verteilt, angefangen vom Auslassen des Churidars fröne ich meiner Konsumlust:

Ich habe schönen Seidenstoff gefunden, einen karierten Seidentaft in Brauntönen, nicht so schwer wie mein Lieblingsjupe, der mir leider nicht mehr geht und den ich einer Freundin geschenkt habe. Daraus lasse ich mir den Jupe nachschneidern, dazu zwei schlichte Oberteile aus uni Seidentaft. Das Resultat: na ja. Oberteile zu weit und zu plump, der Jupe zu wenig großzügig, die Verarbeitung sehr dürftig. Hat mich 2’300 Rupees (ca. CHF 75.00) gekostet.

Für C. habe ich eine Interpretation eines Punjabi Dress in hellgrünem Leinen machen lassen, sie hat bald Geburtstag, und für mich lasse ich das Shirin Guild Ensemble in weißem Leinen (5’000) kopieren. Sehe damit aus wie eine Krankenschwester.

Montag, 12. März 2010 

Wir sind viel mit R. zusammen, eine aufgestellte junge Frau, Neurobiologin, aus Kirchberg (ZH), hat einen indischen Freund in der Schweiz und ein herzerfrischendes Lachen.

Dann noch unsere älteren italienischen Grazien (G. und E. aus Mailand), sie kiffeln den ganzen Tag miteinander und teilen sich ein finsteres Zimmer. Sie bleiben nur 10 Tage, wissen eigentlich gar nicht, auf was sie sich eingelassen haben. G. ist eine große elegante Dame, sie hat Freude an schönen Dingen und kauft viel ein. E. ist eher die graue Maus und sehr religiös.

Immer noch Kräuterbad und Nasyam und Hühnerkacke auch im Gesicht, sehe aus wie ein Panda. Ich bekomme 4 Medikamente: 2 x Pillen, 1 x bitterer Pflanzensud, 1 x ranziges Ghee. Dann habe ich noch ein Mitteli zum Gurgeln wegen der Aften, das schmeckt wie Kotze (excuse my French). Die Aften habe ich sicher wegen der Medikamente bekommen. Keine Ahnung, für was das alles gut sein soll. „Good for you“ und dazu wackeln sie mit dem Kopf.

Bei jedem täglichen Besuch bei der Ärztin wird Blutdruck gemessen und Puls gefühlt, je tiefer, umso besser, bei uns würdest Du schon im Spital liegen mit den ayurvedischen Topwerten. Apropos Medis: nach dem Fernsehbericht über Ayurveda (und den diversen Giftstoffen in ayurvedischen Medikamenten) kurz vor unseren Ferien bin ich schon sensibilisierter, S. ist ein guter Gradmesser, da ihr sofort die Nieren wehtun würden, und denen geht es von Tag zu Tag besser.

Ins Yoga gehen wir nicht mehr. Also, mein Tag ist ausgefüllt und ich mag nach der Behandlung nicht mehr stressen. Phlegma oder Weisheit? Was für eine Lebensqualität, welcher Luxus: es ist eine Auszeit, um sich ganz dem Körper zu widmen (Detox) und gleichzeitig zu sich selber zu finden (wenn man denn will).

Es hat eine Gruppe von Russen im Ressort, einige stechen da immer hervor, zum Beispiel der nicht so junge Herr mit gewaltiger Trommel. Sein Ziel muss es sein, ringsum braun zu werden, er trägt einen winzigen Tanga. Er spaziert mit seiner Dulcinea (stark geschminkt und im aufregenden Bikini) stundenlang am Strand auf und ab. Was denken wohl die Fischer und ihre Frauen, die Früchte an die Gäste verkaufen?

Manche Gäste bleiben nur ein paar Tage hier, andere mehrere Wochen. So das deutsche junge Paar aus München, sie arbeiten bei Pro7 (oder so). Sie wohnen im untersten Cottage (vis-à-vis von mir), sie streiten sich sehr oft und sehr laut, ich glaube, zu viel Nähe während einer Therapie ist nicht so gut für die Stimmung. Sie kaufen jede Menge Souvenirs und freuen sich über jede Neuerwerbung.

Dann hat es ein junges Paar aus Europa (?) hier, sie sprechen eine indische Sprache und halten sich eher abseits. Zum Essen trägt sie einen Sari und er eine weiße Hose ohne Oberteil. Ja, sind wir denn hier auf Malle? Nach einigen Tagen erscheint er dann aber mit einem Hemd.

 

Natur pur

Natur pur ist mir manchmal lieber

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.